Band III (Jg. 4-7)


- Gerd Becker, München: Das Pentagramm in Marokko: Religiöses Symbol – politisches Emblem – magisches Zeichen.
- Prof. Dr. Barbara Finster, Bamberg: Geschichtlicher Abriß der islamischen Sakralarchitektur im Yemen.
- Dr. Joachim Gierlichs, Berlin: Drache, Sphinx und Doppeladler. Bemerkungen zur figürlichen Steindekoration der Seldschuken und Artuquiden.
- Prof. Dr. Claus-Peter Haase, Berlin: Das Kostümalbum von Lambert de Vos, sein osmanisches Pendant in Wolfenbüttel und die osmanische Textilkunst der Zeit Selims II.
- Prof. Dr. Heinz Halm, Tübingen: Palaststädte des Aglabiden und Fatamiden in Tunesien.
- Prof. Dr. Gül Irepoglu, Istanbul: Levni, Meister der Tulpenzeit.
- Dr. Ernst J. Kläy, Bern: Ein Querschnitt durch die orientalische Sammlung Henri Moser Charlottenfels im Bernischen Historischen Museum.
- Dr. Martina Müller-Wiener, Bonn: Islamische Kunst im Spiegel türkischer Flachgewebe.
- Prof. Dr. Tilman Nagel, Göttingen: Jusuf, Zulaiha und „Die Seele, die zum Bösen treibt“. Biblischer Stoff in islamischer Dichtung.
Tilman Nagel war damals Professor für Arabistik und Islamwissenschaft an der Uni Göttingen und Autor zahlreicher grundlegenden Werke aus seinen Fächern; in EOTHEN finden sich weitere Beiträge von ihm in den Bänden V und VI.
Zur Einführung in das Thema dieses Beitrags zitieren wir zunächst aus WIKIPEDIA:„Yūsuf und Zulaichā ist ein populärer islamischer Erzählstoff, der an die biblische Erzählung von Josef und der Frau des Potiphar aus dem Buch Genesis (Gen 39,1–20 EU) anknüpft und auf der koranischen Erzählung über Yūsuf in der zwölften Sure fußt. Zahlreiche Autoren und Künstler haben im Laufe der Geschichte diesen Erzählstoff aufgegriffen und weiter ausgestaltet. Es existieren Gedichte, Erwähnungen, Ausgaben und Interpretationen auf Arabisch, Persisch, Türkisch, Punjabi und Urdu. Anders als in den biblischen und koranischen Versionen der Erzählung trägt hierbei der weibliche Part des Liebespaares einen Namen, nämlich Zulaichā“.
Tilman Nagel führt zunächst aus, worauf es ihm in seinem Beitrag besonders ankommt. „Im Laufe der islamischen Geschichte hat sich die Vorstellung immer stärker in den Vordergrund gedrängt, dass jeder Muslim in seinem alltäglichen Verhalten und auch in seiner Spiritualität dem Propheten nachzuleben habe – eine äußerst wirkmächtige Idee, deren facettenreiche Erscheinungsformen erstaunlicherweise von der Islamforschung noch nie zum Gegenstand systematischer Untersuchungen gemacht wurden. Da Muhammad als vollkommenster aller Propheten das Wesen seiner Vorläufer in sich aufgenommen hat, ist der Muslim mittelbar auch von dem betroffen, was im Koran über jene berichtet wird.
Es ist mir wichtig, diesen Sachverhalt, der uns fremd anmuten mag, hervorzuheben, bevor ich in die Erörterung unseres Gegenstandes im engeren Sinn eintrete — nämlich dem ein wenig nachgehe, was uns die Aufnahme und Weiterbildung eines biblischen, mit haggadischen Elementen angereicherten Erzählmotivs durch den Koran und durch von diesem abhängiges Schrifttum über wesentliche Züge des Islams und seiner Literatur verraten….
Mein Augenmerk will ich nur auf einen kleinen Ausschnitt aus der Josefsgeschichte richten, nämlich das Zusammentreffen des jungen Jūsuf mit der – im Koran noch namenlosen – Gattin des „hohen Herrn“, der ihn auf dem Sklavenmarkt gekauft hat. Im Alten Testament (1. Buch Mose, Kap. 39) kann man nachlesen, dass „seines Herrn Frau ein Auge auf Josef warf“ und ihm fortan Tag für Tag mit eindeutigen Anträgen nachstellte. Er aber wies sie zurück; das Vertrauen, das der Hausherr in ihn gesetzt habe, wolle er nicht missbrauchen, vor allem aber wolle er sich nicht gegen Gott versündigen“. …. Nagel schließt: „Jūsuf und Zulaihā – eine Liebesgeschichte ? … “ - Dr. Elke Niewöhner-Eberhard, Kalme: Hafiz Osman, ein osmanischer Kalligraph.
- Dr. Karin Rührdanz, Halle: Die Entwicklung der mittelasiatischen Buchmalerei vom 15. bis zum 17. Jahrhundert.
- Prof. Dr. Gabriella Schubert, Jena: Osmanische Vorbilder im Kleidungsverhalten der Völker des Donau-Balkan-Raumes.
- Dipl.-Archäologe Holger Schuckelt, Dresden: Die osmanischen Zelte der Dresdner Rüstkammer.
- Thomas Tunsch M.A., Berlin: Islamische Architektur auf Sizilien? Orientalische Einflüsse in der Baukunst der Sarazenen, Normannen und Staufer.
- Prof. Dr. Gilles Veinstein, Paris: Patronage of Süleymân the Magnificent and the Organization of the Court Sponsored Arts and Crafts.
- Vorträge der Jahre 1993-1996; Autorenliste
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EOTHEN III
Herausgeber Vorstand der Gesellschaft
München 1998 (Verlag Editio Maris)
240 S., 128 Abb., gr-8°
ISBN 3-925801-23-5, 21 € (15 €)